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 IV und Psychiatrie
Dr.Joe Offline

IV-Beginner

Beiträge: 5


02.11.2007 10:49
Psychiatrie und Integrierte Versorgung Zitat · antworten

Folgenden Beitrag habe ich gefunden:

Handeln bevor es zu spät ist: Integrierte Versorgung – Chance für die Psychiatrie

Hannover/Wedel, 17.09.07 – Die Psychiatrie in Deutschland braucht innovative Versorgungsmodelle, um auch in Zeiten erhöhten Kostendrucks zukunftsfähig zu bleiben. Integrierte Versorgungskonzepte bieten eine gute Möglichkeit, sowohl die Effizienz der psychiatrischen Versorgung als auch ihre Qualität weiter auszubauen. Von den bislang mehr als 4.000 abgeschlossenen Verträgen zur Integrierten Versorgung stammen jedoch nur 86 aus dem Bereich der Psychiatrie (laut DGPPN, September 2007). Auf Initiative von AstraZeneca diskutierten Vertreter aus Medizin, Politik, und Krankenkassen in Hannover über die Chancen, die integrierte Versorgungskonzepte für die Psychiatrie bieten.

Die Versorgung psychisch kranker Menschen ist mit hohen Kosten verbunden. Sie erfordert eine intensive und individuelle Betreuung. Durch hohe Rezidivraten und oft lange stationäre Aufenthalte sind viele Patienten zudem dauerhaft vom Erwerbsleben ausgeschlossen. Gebraucht werden deshalb innovative Versorgungsmodelle, die die Qualität der Behandlung weiter verbessern und gleichzeitig die Effizienz erhöhen. „Die medizinische Versorgung der Zukunft wird sich stärker an den unterschiedlichen Bedürfnissen einzelner Patienten oder Patientengruppen ausrichten“, erklärte Professor Volker Amelung von der Medizinischen Hochschule Hannover, Abteilung Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung. „Dies erfordert neue Organisationsstrukturen, die vielfältiger und dadurch auch komplexer sind als heute. Integrierte Versorgungsmodelle sind hierfür ein vielversprechender Ansatz.“

Die Integrierte Versorgung (IV) ermöglicht eine bessere Kooperation zwischen den einzelnen Versorgungssektoren. Kurative, rehabilitative und auch präventive Maßnahmen können besser aufeinander abgestimmt werden und der Übergang vom stationären in den ambulanten Bereich verläuft reibungsloser. IV-Verträge organisieren diesen Prozess mittels definierter Behandlungsstrukturen und verbesserter Kommunikation. „Kernpunkte integrierter Versorgungsmodelle sind die Definition von Versorgungszielen, eine intersektorale Strukturierung durch klinische Behandlungspfade, die Evaluation der Versorgungsabläufe und Ziele sowie ein effektives Qualitäts- und Kostenmanagement“, sagte Dr. Frank Bergmann, Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Nervenärzte BVDN. Obwohl viele der chronisch rezidivierenden psychiatrischen Erkrankungen für solche sektorübergreifenden Versorgungsformen geradezu prädestiniert sind, hat die Psychiatrie diese Möglichkeit bisher kaum genutzt. Nur 86 von mehr als 4.000 genehmigten Verträgen stammen aus dem psychiatrischen Bereich.

Die derzeitige Situation kann langfristige Folgen für die Versorgung haben, denn nach Abschluss der Modellphase (voraussichtlich Ende 2008) werden die Krankenkassen eine Auswertung aller Projekte vornehmen. Erfolgreiche Modelle können dann im Rahmen der Regelversorgung auf Dauer weiterfinanziert werden und Best Practice Modell für die psychiatrische Versorgung in Deutschland sein. „Die derzeitige Zurückhaltung ist deshalb – neben den finanziellen Einbußen – auch versorgungspolitisch fatal“, so Dr. Werner Kissling, Leiter des Centrums für Disease Management an der Psychiatrischen Klinik der Technischen Universität München. „Die Psychiatrie vergibt dadurch die Chance auf die Etablierung innovativer Versorgungsstrukturen.“

Dass Integrierte Versorgung in der Psychiatrie funktionieren kann, zeigen beispielhaft zwei Projekte aus München und Hamburg: Der „Arbeitsbereich Psychosen“ am Universitätsklinikum Eppendorf in Hamburg stellt über die Sektorengrenzen hinweg sicher, dass Patienten möglichst früh erkannt und schnell behandelt werden. Ziel des „Münchner Modells“ ist es, die Compliance von Schizophrenie-Patienten in der Langzeittherapie zu verbessern. Die Evaluation beider Projekte wird von AstraZeneca gefördert. „Integrierte Versorgungsmodelle haben in der Psychiatrie ein großes Potential. Mit unserem Engagement in diesem Bereich möchten wir einen Beitrag für die Zukunft der psychiatrischen Versorgung leisten“, erklärte Dr. Michael Lange, Mitglied der Geschäftsleitung von AstraZeneca.

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