schau mal unter http://www.awmf.de nach, da stehen alle Leitlinien drin, und ihre entstehung und Bedeutung ist erklärt. Für die IV bedeuten sie, daß sie der Maßstab sind nach dem die medizinische Versorgung innerhalb der IV ablaufen muß.
die habe ich jetzt gelesen. Sind die denn überhaupt aus Sicht der Pflege praktikabel, d. h. anwendbar? Hast du schon mal Standards oder Arbeitsanweisungen gesehen, die sich nach den Leitlinien richten oder nach den Leitlinien aufgebaut wurden?
am 10.10. ist in Osnabrück der Expertenstandard "Pflege von Menschen mit chronischen Wunden" konsentriert wurden. Erstellt hat ihn die DNQP (Deutsches Netzwerk für Qualitätssicherung in der Pflege) Die Pflege bezieht hier, auf der Grundlage wissenschaftlich evidenter Daten (einschl. wissenschaftlich medizinischer Leitlinien) Stellung zu den Aufgabe der Pflege im Behandlungsteam. Die Expertenstandards sind praktisch "Leitlinien für die Pflege". Expertenstandards gibt es bereits für Dekubitusprophylaxe, Sturtzmanagement, Überleitungsmanagement und Harnkontinenz. http://www.dnqp.de
wenn ich mich recht entsinne, rührt von einigen Seiten der Widerstand gegen die Expertenstandards daher, dass sie eben nicht evidenzbasiert und schon gar nicht evaluiert seien?
dem Expertenstandard chr. Wunde ist z.B. eine entsprechende Literaturanalyse und Auswertung nach wissenschaftlichem Standard vorausgegangen. Die Methodik zur Erstellung der Expertenstandards ist beim DNQP nachzulesen. An der Qualität von Studien kann man immer rumkritisieren Wichtig ist, dass die Pflege ihr wissenschaftliches Profil stärkt und endlich ihre Aufgaben im Gesundheitssystem klar definiert. Ich denke, dass sich viele Kritiker nicht mit der Bedeutung der Standards auseinandergesetzt haben und Angst vor Qualifizierung der Pflege, vor der Finanzierung und der Arbeit bei der Umsetzung haben.
Angst vor der Qualifizierung denke ich eher nicht, aber Angst davor, nach etwas beurteilt zu werden, was weder finanziert noch irgendeine andere vernünftige Grundlage in Verträgen und Arbeitszeiten hat.
Angst vor der Qualifizierung, sowohl unter unseren Kollegen in der Pflege, als auch bei den Ärzten (siehe aktuelle Diskussion zur Übernahme von Therapieverantwortung durch die Pflege). Sonst muß ich Dir bedingt recht geben, allerdings können sich Standards und Leitlinien nicht nur an den aktuellen Rahmenbedingungen orientieren, sondern müssen auch das Potential haben sie zu Verändern, sonst sind sie Substanzlos.