Diagnosenübergreifende integrierte Versorgung und ambulante Komplexbehandlung in Berlin
Vereinsmäßig organisiert realisiert ein Netz niedergelassener Nervenärzte/Psychiater wie Soziotherapeuten und ambulanter psychiatrischer Fachpfleger in Berlin seit Jahresbeginn eine diagnoseübergreifende integrierte Versorgung psychisch schwerer Kranker. Vertragspartner mehrerer Krankenkassen ist der Verein für Psychiatrie und seelische Gesundheit in Berlin, der 2003 von vorwiegend niedergelassenen Nervenärzten/Psychiatern, Psychologen, Ergo- und Soziotherapeuten und (mittlerweile auch zahlreichen) Klinikern gegründet wurde.http://www.psychiatrie-in-berlin.deInhaltlich orientiert sich diese Berliner IV an dem von Gerd Holler (MHH) entwickelten Konzept und entsprechenden niedersächsischen Vorerfahrungen. Eingeschlossen werden schwerer kranke Patienten mit psychotischen Störungen, affektiven Erkrankungen, psychosomatischen Störungen, Persönlichkeitsstörungen, Sucht- und Demenzerkrankungen. Durch jeweils individuell adaptierte Soziotherapie und ambulante psychiatrische Pflege sowie intensivierte psychiatrische Therapie wird eine ambulante Komplexbehandlung gewährleistet, wodurch Klinikbehandlungen möglichst vermieden werden sollen. Vereinbarte Kooperationen mit Kliniken, Hausärzten und zukünftig auch Psychotherapeuten wie weiteren regionalen psychiatrischen Leistungserbringern (SPDi, Krisendienste u.a.) verbessern die Zusamenarbeit bislang wenig kooperierender Versorgungssektoren.In den ersten Monaten konnte das skizzierte integrierte Versorgungsangebot bereits nahezu flächendeckend in Berlin implementiert werden, sodaß viele Patienten eingeschlossen wurden. Die strukturellen Vernetzungen werden sukzessive aufgebaut. Eine Übernahme des Modelles einerseits auf das Land Brandenburg wie auch auf weitere Krankenkassen ist in Verhandlung.